Bittet man im Jahr 2020 eine Zeichnerin oder einen Zeichner eine telefonierende Person zu zeichnen, wird dieses scheinbar einfache Anliegen zu einer vielschichtigen Angelegenheit. Vor der Erfindung des Mobiltelefons war der Vorgang des Telefonierens einfach zu beschreiben: Der Telefonierende spricht in ein geschwungenes Objekt, dessen eines Ende den gesprochenen Ton aufnimmt und dessen anderes Ende den Ton abgibt, in dem also ein Mikrofon und ein Lautsprecher verbaut sind. Dieser sogenannte Hörer ist mit einem Kabel, durch das ein elektronisches Signal geleitet wird, mit einem Kasten verbunden, auf dem die Wählscheibe, später die Wähltastatur aufgebracht ist. Das Ganze ist wiederum mit einem Kabel verbunden, das in eine Buchse in der Wand läuft. Telefondrähte an Masten, Verteilerstellen in Gebäuden, Unterseekabel und weitere Kabel, Drähte und Buchsen verbinden physisch zwei Sprechende und das kleine technologische Wunder eines Telefongesprächs über Kontinente hinweg wird Wirklichkeit. Aus zeichnerischer Sicht erkennt man das Prinzip der aus der Funktion abgeleiteten Form. Eine Person an einem alten Telefonapparat konnte genau eine Tätigkeit ausüben: telefonieren.








